Autolackiererei

Die Autolackiererei bietet vielerlei Möglichkeiten, Pkws und andere Fahrzeuge nach Wunsch zu gestalten und die Karosserie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Denn im Autolack stecken viele Funktionen, die womöglich nicht jedem Autofahrer bekannt sind. Der nachfolgende Artikel zeigt auf, wie sich der Autolack im Laufe der Zeit entwickelt hat, was beim Auto lackieren passiert und wie eine Autolackiererei an die Arbeit geht.

 

Die Geschichte der Autolackiererei


Ein Blick in die Vergangenheit

Ein Blick auf die Vergangenheit des Automobils zeigt, dass die ersten mittels Verbrennungsmotoren betriebenen Kraftwagen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt und benutzt wurden.

Tatsächlich benötigte man schon zu dieser Zeit eine schützende Schicht für die Karosserie, die damals überwiegend aus Holz und Stahl bestand. Denn äußere Einflüsse, wie etwa Nässe, konnten dem Material auf Dauer sehr zusetzen. Die Stunde des Autolackierens war geschlagen.

Ließ man zu jener Zeit sein Auto lackieren, dauerte dies meistens viele Tage oder sogar Wochen.

Der damalige Autolack bestand aus Ölen und Harzen. Vor allem die langen Trocknungsphasen und die eher weniger ansehnlichen Ergebnisse erforderten eine Weiterentwicklung. Schließlich wurde das Automobil immer populärer – die Massenproduktion war zum Greifen nahe.

Die Autolackiererei arbeitet mit Kunstharzen

Zehn Jahre später, also etwa um 1910 herum, wurden dann die ersten Kunstharze eingesetzt, die in Öl gelöst wurden und deutlich schneller trockneten.

Ein Meilenstein in dieser Entwicklung stellte das von der Dr. Kurt Albert GmbH entwickelte Albertol dar, das auf ebendiesen Kunstharzen beruhte und durch schnelle Verarbeitungsmöglichkeiten überzeugte.

Einziger Nachteil waren die aufwendigen Politurvorgänge, die nach der Trocknung von Nöten waren. Denn mit den Jahren stiegen auch die Ansprüche der Käufer, die sowohl auf Optik als auch auf Haptik Wert legten.

Sogenannte Alkydharze revolutionieren das Auto lackieren

Die mit Kunstharzen hergestellten Lacke erwiesen sich in der Autolackiererei als äußerst praktisch. Dennoch gab es Optimierungspotenzial, da die aktuelle Zusammenstellung nicht individuell auf die Bedürfnisse der Autolackiererei eingehen konnte.

Das änderte sich im Jahre 1929 mit der Einführung sogenannter Alkydharze, deren Namensgeber R. H. Kienle war. Der Begriff ist eine Wortschöpfung aus „Alkohol“ und „Acid“.

Alkydharzlacke hatten den großen Vorteil, dass ihre Eigenschaften während der Herstellung beeinflussbar waren. Das geschah, indem man die bei der Herstellung verwendeten Grundstoffe variierte.

Diese Lackart wird auch heute noch verwendet. Vornehmlich von Heimwerkern.

Autolackiererei nutzt Lacke auf Wasserbasis

Um das Jahr 1980 herum begann die Auswahl der zur Verfügung stehenden Lackarten weiter zu steigen.

Die Industrie sah sich mit strengeren Umweltschutzbestimmungen konfrontiert, die das Verwenden von Lösungsmitteln in Autolacken deutlich mindern sollten. Also musste ein neuer Träger für die Farbpigmente und Harze her: Wasser.

Lacke auf Wasserbasis werden auch heutzutage verwendet und haben gleich mehrere Vorteile. Denn dank der wassereigenen Verdunstungseigenschaften kann eine schnelle Trocknung garantiert werden.

Die enthaltenen Harze und Pigmente setzen sich im Prinzip auf dem Material ab – die Umwelt wird geschont.

Das Ergebnis ist robust und überzeugt bei professioneller Arbeit durch eine hochwertige Optik.

Ansprüche an den modernen Lack

Heutzutage muss der Lack sowohl schützen als auch optisch ansprechend sein.

Im Vordergrund steht in technischer Hinsicht jedoch ersteres Attribut, da die nackte Karosserie sehr anfällig gegenüber Feuchtigkeit und aggressiven Stoffen sein kann. Der Autolack muss also den Karosseriestahl (und lackierte Kunststoffkomponenten) schützen und darf dabei selbst bestenfalls keinen Schaden nehmen.

Beispiele für schädliche Einflüsse sind:

  • Regenwasser
  • Salzwasser im Winter
  • Ätzende Insektenrückstände und Vogelkot
  • Motoröl und Kraftstoffe
  • Steinschläge und Rempler (Praxisbeispiel Einkaufswagen)
  • UV-Strahlen

Generell gilt, dass alle säurehaltigen Flüssigkeiten eine angreifende Wirkung auf den Lack haben und sogenannte blinde oder matte Stellen hinterlassen können. Aus diesem Grunde wird häufig empfohlen, das Auto regelmäßig in der Waschanlage zu reinigen.

 

Aufbau moderner Lacke


Je nachdem, wie umfangreich das Auto lackieren sein soll, werden verschiedene Lackarten und –schichten gewählt. Entscheidend ist dabei in erster Linie, ob sich die Lackierung im Preis-Leistungs-Verhältnis lohnt. Je aufwendiger die Lackierung, umso hochwertiger ist auch das Ergebnis.

Ein anderer Faktor ist auch der Untergrund. Im besten Falle kann dieser angeschliffen und überlackiert werden.

Handelt es sich jedoch um gerissene oder abgeblätterte Altlackierungen oder zu dicke Schichten, muss vorab geschliffen werden. Sonst würde der neu aufzutragende Lack nicht haften können.

Der Dreischicht-Aufbau

Unter dem Dreischicht-Aufbau versteht man einen Lack, der in drei Schritten bzw. Schichten aufgebaut wird. Sollte er im Zuge einer Reparaturlackierung aufgetragen werden, sind außerdem Spachtelarbeiten zum Ausgleich etwaiger kleiner Dellen notwendig.

Ob dieser über oder unter der Grundierung aufgetragen wird, hängt von den verwendeten Materialien ab.

Der Dreischicht-Aufbau besteht in erster Linie aus der sogenannten Grundierung, die auch als Primer bezeichnet wird. Diese wird auf dem blanken Metall aufgetragen und soll vor Korrosion (Rost) schützen.

Außerdem stellt sie die optimale Haftbasis für den sogenannten Füller dar, der im nächsten Schritt aufgetragen wird.

Der Füller soll im Prinzip dafür sorgen, dass der Decklack später auf einer durch und durch glatten Fläche aufgetragen werden kann. Er wird auf der Grundierung aufgetragen und dann solange geschliffen, bis Unebenheiten nicht mehr erkennbar sind.

Dafür werden spezielle Schleifpapiere verwendet, die im Laufe dieses Textes ebenfalls erläutert werden.

Die dritte und letzte Schicht besteht aus dem Decklack, der letztendlich die farbgebende Komponente darstellt. Dieser kann ebenfalls differenziert werden:

Decklack als Einschichtverfahren

Der einschichtige Decklack beinhaltet sowohl die farbgebenden als auch die schützenden Komponenten. So muss lediglich eine einzige Lackschicht aufgetragen werden, um die Arbeitsschritte vollenden zu können.

Decklack als Zweischichtverfahren

Bei dem zweischichtigen Decklackverfahren wird auf den Füller zuerst eine farbgebende, sehr empfindliche Schicht aufgetragen. Auf diese kommt dann ein sogenannter Klarlack, der die schützende Funktion übernimmt.

Der Zweischicht-Aufbau

Der Zweischicht-Aufbau findet vor allem dann Anwendung, wenn Reparaturen durchgeführt werden müssen. Er hat den großen Vorteil, dass er in der Autolackiererei Zeit spart.

Der große Unterschied im Vergleich zum Dreischicht-Aufbau besteht darin, dass Grundierung und Füller gleichzeitig aufgetragen werden. Man spricht von einem sogenannten Grundierfüller. Dieser kann im Anschluss getrocknet oder geschliffen werden. Alternativ ist es möglich, den Decklack im sogenannten Nass-in-Nass-Verfahren aufzutragen. Voraussetzung dafür ist eine tadellose Oberfläche des Grundierfüllers und eine vorausgehende Abluftzeit von etwa 20 Minuten.

 

Die Qualitäten beim Auto lackieren


Durch die verschiedenen Möglichkeiten, die beim Auto lackieren zur Verfügung stehen, entstehen auch qualitative Unterschiede, die in verschiedenen Einsatzgebieten gewünscht sind. Nachfolgend sind die Qualitäten der Autolackiererei aufgelistet:

Neulackierung

Bei der Neulackierung ist ein nahezu perfekter Lack gefordert. Dieser bedarf einer idealen Oberfläche und aufwendiger Vorabarbeiten.

Vor allem die Spachtel- und Füllarbeiten müssen so ausgeführt werden, dass die Oberfläche sehr glatt ist und dem Decklack eine sehr gute Basis bieten.

Zeitwertlackierung

Von einer Zeitwertlackierung wird in der Autolackiererei dann gesprochen, wenn man ein Auto lackieren lässt und dabei möglichst wirtschaftlich vorgehen muss.

Die Zeitwertlackierung findet meistens in Form der Zweischichtlackierung statt, bei der das Nass-in-Nass-Verfahren zum Einsatz kommt.

Verkaufs- oder Gebrauchtwagenlackierung

Diese Form der Lackierung wird angewendet, um ein Fahrzeug für den Verkauf aufzubereiten. Auch hier stehen die wirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund.

Allerdings muss das Ergebnis anschaulich und verkaufsfördernd sein. Auch hier wird in erster Linie mit dem Nass-in-Nass-Verfahren gearbeitet, damit Schleifarbeiten gespart werden.

Beispritzlackierung

Die Beispritzlackierung wird genutzt, um kleinere Flächen bei Schäden zu lackieren. Ein langsamer Farbtonübergang wird angewendet, damit die Unterschiede mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.

Die Beispritzlackierung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Zeit und Geld gespart werden sollen.

 

Rechtliche Grundlagen für die Autolackiererei


Damit ein Betrieb die Arbeit als Autolackiererei aufnehmen kann, müssen verschiedene Voraussetzungen gegeben sein. In erster Linie ist ein Eintrag in die Handwerksrolle. Das Verzeichnis beinhaltet alle Inhaber eines Betriebes, die einem zulassungspflichtigen Handwerks nachgehen.

Sicherheitsaspekte

Um die Sicherheit der Mitarbeiter sowie die Umweltverträglichkeit zu gewährleisten, findet die Autolackiererei generell in belüfteten Kabinen statt, bei denen Ventilatoren für die nötige Frischluftzufuhr sorgen.

So wird außerdem vermieden, dass giftige Stoffe nach draußen gelangen und somit nicht fachgerecht entsorgt werden können.

Der Lackierer muss neben seiner Schutzkleidung stets mit einer Atemmaske arbeiten, da die Lösungsmittel in Lacken verdunsten und ansonsten eingeatmet werden können.

Auch wenn beim Auto lackieren heutzutage deutlich weniger Giftstoffe auftreten, darf dieses Risiko nicht vernachlässigt werden.

Da zum Spritzen des Lacks verschiedene Lacke zum Einsatz kommen können und auch beim Schleifen feiner Staub entstehen kann, unterscheidet man zwischen verschiedenen Masken.

Die sogenannte Partikelfilterklasse (P1, P2 und P3) gibt dabei an, wie feinkörnig die Partikel sind und welche Maske in welcher Situation eingesetzt werden sollte.

VOC Richtlinie

Die VOC Richtlinie (VOC steht für volatile organic compounds, also flüchtige organische Verbindungen) besagt, dass die Verwendung lösemittelhaltiger Lacksysteme stark eingeschränkt werden muss.

Das Verwenden von Produkten, die mehr als die erlaubte Menge an Lösungsmitteln erhalten, ist nur noch in Ausnahmefällen mit Erlaubnis der zuständigen Behörde erlaubt. Die VOC Richtlinie trägt somit auch zum Arbeitsschutz beim Auto lackieren bei, da es vor allem diese Stoffe sind, die stark gesundheitsgefährdend sind.

Gefahrenstoffe und ihre Kennzeichnung

Da es sich bei Lacken um sogenannte gefährliche Arbeitsstoffe handelt, müssen diese deklariert werden. Hier kommen sogenannte Gefahrenkennzeichnungen zum Einsatz, deren genauer Inhalt über einen Buchstaben sowie ein Symbol abzulesen ist.

Es gelten außerdem klare Bestimmungen zur Lagerung der Gefahrenstoffe. So dürfen diese beispielsweise nicht in öffentlichen Fluren und Räumen gelagert werden. Des Weiteren darf man sie nicht offen oder in nicht geeigneten Behältern aufbewahren.

Im Bereich der Autolackiererei treten folgende Gefahren auf:

  1. Ätzend: Die verwendeten Flüssigkeiten können eine ätzende Wirkung auf Augen und Haut, und Schleimhäute haben.
  2. Reizend: Gilt besonders für Augen und Atemwege.
  3. Brandfördernd: Die verwendeten Materialien sind brennbar und sollten unter keinen Umständen in Kontakt mit offenen Flammen gelangen.
  4. Umweltgefährlich: Die verwendeten Stoffe dürfen nicht in die Umwelt gelangen und müssen fachgerecht und mit Nachweis entsorgt werden.
  5. Xn. Gesundheitsschädlich: Dieses Symbol signalisiert, dass die verwendeten Stoffe möglicherweise krebserregend sind oder sich anderweitig im Körper ablagern und Schäden verursachen können.
  6. Leichtentzündlich: Darf nicht mit offenem Feuer in Berührung kommen.

Brandschutzverordnungen

Als Lackierbetrieb ist der Umgang mit brennbaren Stoffen unvermeidbar. Aus diesem Grund müssen stets sogenannte 12 Kilogramm Feuerlöscher bereitstehen.

Das Personal muss im Umgang mit diesen geschult sein. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass in brennbare Flüssigkeiten getränkte Arbeitsmaterialien (Handschuhe, Lappen etc.) in separaten und verschließbaren Behältern verwahrt werden.

Selbstverständlich muss in einer Autolackiererei Rauchverbot sowie der Umgang mit offenem Feuer verboten werden.

 

Entsorgung von giftigen Stoffen in der Autolackiererei


Selbstverständlich dürfen giftige Stoffe nicht in den Hausmüll gelangen.

Die Autolackiererei sieht deshalb vor, diese Stoffe entweder von einem Spezialunternehmen abholen zu lassen oder sie dort hinzubringen.

Dafür werden spezielle Behälter oder Fässer genutzt, die die Gefahrenstoffe sicher aufnehmen und ein Auslaufen zuverlässig verhindern.

Werden die Stoffe entsorgt, müssen sogenannte Begleitscheine ausgefüllt werden. Diese sind ein Nachweis dafür, dass die giftigen Mittel auch tatsächlich fachgerecht abtransportiert und vernichtet wurden.

 

Lackierprozesse in der Autolackiererei


Muss eine Fachwerkstatt ein Auto lackieren, beginnt ein umfangreicher und oftmals auch komplizierter Prozess. Dieser beginnt bei der Beurteilung der Ausgangssituation und endet in der Findung der richtigen Lackiertechnik.

Der nachfolgende Abschnitt bietet einen detaillierten Einblick in die Prozesse der Autolackiererei und zeigt auf, welche Arbeitsschritte in der Vorbereitung, der Oberflächenbearbeitung und der Lackierung notwendig sind.

Erster Schritt: Die Prüfung der Ausgangssituation

In erster Linie orientiert sich die Autolackiererei an den zu bearbeitenden Flächen, um die bestmögliche Lackiertechnik auswählen zu können. Hier ist generell zwischen zwei Ausgangssituationen zu unterscheiden.

Die Neulackierung

Bei der Neulackierung ist als Basis ein nicht lackiertes Bauteil gegeben.

Während der Fertigung des besagten Bauteils wurde bereits darauf geachtet, dass die später zu lackierenden Flächen möglichst glatt und fehlerfrei hergestellt wurden. Der Lackierer muss im Anschluss nur noch kleine Ausbesserungen vornehmen, um dann mit dem Schliff und der eigentlichen Autolackiererei beginnen zu können.

Die Reparaturlackierung

Diese Lackierung ist ein wenig komplizierter. Denn bei der Reparaturlackierung kommen zwei Faktoren hinzu, die im Vorfeld bearbeitet werden müssen:

  1. Bestehende Altlackierungen und deren Zustand
  2. Kratzer, Beulen oder Schrammen im Material sowie Korrosion (Rostnester)

Das heißt, es werden weitere Arbeitsschritte benötigt, um die Ausgangssituation und die anschließende Vorgehensweise abstimmen zu können.

Zweiter Schritt: Vorbereitung der zu lackierenden Fläche

Unter der Vorbereitung der zu lackierenden Fläche versteht man in der Autolackiererei gemeinhin das Spachteln und Reinigen der zu bearbeitenden Stellen.

Vorgehensweise bei Beschädigungen

Im Falle einer vorangegangenen Beschädigung durch Korrosion oder mechanische Einwirkungen können weitere Arbeitsschritte notwendig sein.

Während Unebenheiten wie Schrammen oder Kratzer einfach gespachtelt werden, muss die Autolackiererei Rostnester großflächiger angehen. Dazu werden entweder gemeinhin entweder Sandstrahler oder Bürsten verwendet.

In einigen Fällen kann auch das Nutzen sogenannter Beize sinnvoll sein. Diese wird auf der betroffenen Stelle aufgetragen und nach einer gewissen Einwirkzeit mit einem Spachtel abgekratzt.

Sind die Rostnester bereits zu groß, kann die Autolackiererei auch weitere Teile einschweißen, um die Stabilität des Bauteils auch weiterhin zu gewährleisten.

Problematiken mit Altlack

Ein weiterer Punkt beim Auto lackieren ist der Umgang mit alten Lackierungen. Diese müssen nicht immer abgeschliffen werden. Stattdessen kann der Altlack auch angeraut und im Anschluss überlackiert werden.

Ob und inwiefern ein Altlack einfach überlackiert werden kann, hängt von seinem Zustand und seinem Aufbau ab. Sind bereits Risse erkennbar oder wirft der Lack blasen, sollte er vor der Neulackierung abgeschliffen werden. Gleiches gilt, wenn die vorangegangenen Lackierungen zu dick sind.

Die Beschaffenheit des Altlacks wird mit einem sogenannten Lösungsmitteltest durchgeführt. Dabei wird an einer Stelle sogenannter K2-Lackverdünner aufgetragen.

Die Abkürzung „K2“ steht für „Zwei Komponenten“ und verdeutlicht, dass dieser Verdünner für Zwei-Komponenten-Lacke geeignet ist. Nach einer kurzen Einwirkzeit können die nachfolgenden Ergebnisse auftreten:

  • Der Lack verändert sich nicht

    Weist der Lack keinerlei Veränderungen auf, hat er die richtigen Eigenschaften für eine Überlackierung. Er muss lediglich angeschliffen werden, bevor die Neulackierung erfolgen kann.

  • Der Lack löst sich

    Verändert sich der Lack nach dem Auftragen des K2-Verdünners, ist in der Autolackiererei Vorsicht geboten. Denn dann kann es beim Auftragen der neuen Lackierung zu Fehlern kommen. An dieser Stelle muss der alte Lack entweder komplett abgeschliffen oder mit einem Grundierfüller isoliert werden.

Dritter Schritt: Das gründliche Reinigen

Bevor Lackier- oder Schleifarbeiten beginnen können, müssen die Oberflächen der vorbehandelten Bauteile peinlichst genau gereinigt werden. Die Reinigung findet in der Autolackiererei generell in zwei Schritten statt.

Im ersten Schritt wird die zu lackierende Fläche mit viel Wasser abgespült, um grobe Verschmutzungen wie Staub zuverlässig entfernen zu können. Würde dieser beim Auto lackieren nicht entfernt

werden, könnte er später entweder in den Lack eingearbeitet werden oder beim Schleifen Kratzer hervorrufen.

Im zweiten Schritt wird ein sogenannter Silikonentferner verwendet, um Fette, Öle und Wachsrückstände entfernen zu können. Auch diese würden im weiteren Verlauf zu Problemen mit der Neulackierung führen.

Silikonreiniger entfernen den Schmutz zuverlässig und hinterlassen eine saubere Fläche. Vorsicht ist jedoch bei der Handhabung geboten. Die stark entfettende Wirkung kann zu Hautschäden führen.

Deshalb ist bei der Anwendung von Silikonreinigern in der Autolackiererei das Tragen von Handschuhen vorgeschrieben.

Vierter Schritt: Das Schleifen

Das Schleifen hat in der Autolackiererei mehrere Funktionen.

Es dient zum einen zur Ausbesserung von Unebenheiten. Zum anderen wird es genutzt, um die Oberfläche zu glätten und gleichzeitig anzurauen. Denn nur wenn die ebene Fläche ein Profil aufweist, können neue Materialien – also die Lacke – zuverlässig daran haften.

Verschiedene Körnungen für unterschiedliche Einsatzgebiete

Um die perfekte Fläche für die anschließende Lackierung schaffen zu können, werden Schleifpapiere mit unterschiedlichen Körnungen genutzt.

Diese können sowohl manuell als auch auf einer Schleifmaschine genutzt werden. Letztere macht sich vor allem beim Feinschliff bezahlt, da das Ergebnis bei richtiger Anwendung sehr gleichmäßig ausfällt und dem folgenden Lack die ideale Basis bietet.

Selbst kleine Poren können nach der Autolackiererei einen negativen Eindruck hinterlassen, da der aufgetragene Lack an diesen Stellen einfällt.

Einteilung der Schleifpapiere

Die in der Autolackiererei anzuwendenden Schleifpapiere werden in den Größen P 12 bis P 1200 angeboten.

Diese Einteilung erfolgt nach der sogenannten FEPA Skala und bezieht sich auf die mittlere Partikelgröße der Körner, die sich auf dem Papier befinden.

Die Wirkungsweise des Papiers ist in der Autolackiererei stark abhängig davon, wie die Körnung ausfällt.

Sehr grobe Körnungen (P 12 bis P 150) sind geeignet, um viel von der Oberfläche abzutragen und eine sehr raue Oberfläche zu überzeugen. Sie werden beispielsweise dann benutzt, wenn Rost entfernt oder Kratzer herausgearbeitet werden müssen.

Die Körnungen P 180 bis P 1200 sind für feinere Arbeiten gedacht. Sie erzeugen eine glatte Oberfläche, auf die später der Grundierfüller aufgetragen wird.

Verschiedene Möglichkeiten des Schleifens

Beim Schleifen in der Autolackiererei kann die Fachkraft auf verschiedenste Werkzeuge zurückgreifen, mit denen geschliffen werden kann. Das Auto lackieren sieht den Einsatz mehrerer Gerätschaften vor.

Schwer zugängliche Stellen werden auch heutzutage noch per Hand bearbeitet.

Häufig fallen in der Autolackiererei außerdem die Begriffe Nassschliff und Trockenschliff. Dabei handelt es sich um eine Unterscheidung, ob während des Schleifens eine Wasserzugabe erfolgt oder nicht.

Diese hat zwar den Vorteil der Schaffung einer glatten Oberfläche. Da der entstehende Schleifschlamm jedoch zu Problemen bei der Lackierung führen kann, tendiert die Autolackiererei immer mehr zum Trockenschliff.

Fünfter Schritt: Das Grundieren

Die auch als Primer bekannte Grundierung wird in der Autolackiererei verwendet, um eine erste Schicht auf dem blanken Metall zu bilden, die die ideale Haftbasis für Füller und Lack darstellt. Außerdem schützt sie das Metall vor Korrosion.

Die Grundierung wird mit Spritzpistole oder Spraydose aufgetragen. Die Dicke der Schicht beträgt in der Regel 10 Mikrometer bis 30 Mikrometer.

Nachfolgend sind die beliebtesten Primer aufgelistet:

  • Säurehärtende Grundierungen:

    Eignen sich ideal als Standardmittel in der Autolackiererei, da sie eine grandiose Haftung bieten und über einen hervorragenden Korrosionsschutz verfügen.

  • Fillsealer:

    Werden für günstige Lackiermethoden genutzt, da sie ohne Anschliff auf Metall oder Altlack aufgetragen werden können. Es entfällt ein Arbeitsschritt.

  • 2K-Polyurethan-Grundierungen:

    Werden aufgrund der guten Haftung auf metallischen Untergründen und bereits bestehenden Lacken genutzt.

  • Kunststoffprimer:

    Dienen der Lackierung auf Kunststoffen, da andere Primer hier nicht genügend Haftung aufweisen können.

Welche Grundierung beim Auto lackieren letztendlich zum Einsatz kommt, hängt stark von der zu lackierenden Oberfläche und dem Budget ab.

Sechster Schritt: Der Füller

Der Füller wird auf der Grundierung aufgetragen. Er soll die letzten Spuren des Schliffes und etwaiger Unebenheiten beseitigen und dem Decklack die richtige Haftung bieten.

Außerdem können sie problematische Stellen isolieren und somit ein Aufquellen verhindern.

Füller bieten die verschiedensten Variationen. So unterscheidet man generell zwischen Ein-Komponenten- und Zwei-Komponenten-Füllern.

Erstere werden vor allem bei einfachen oder kostengünstigen Lackierprozessen angewendet.

Die aus zwei Komponenten bestehenden Füller überzeugen durch eine hohe Qualität und einen exzellenten Schutz des Werkstoffs.

Arten von Füllern

Die verschiedenen Füller müssen unter Umständen nachbearbeitet werden, um eine nahezu perfekte Glätte zu erschaffen. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Methoden, den Füller bereits im Vorfeld zu beeinflussen.

Nachfolgend werden die wichtigsten Arten von Füllern präsentiert:

  • Grundierfüller:

    Der Grundierfüller beinhaltet die Grundierung und wird auf dem blanken Metall oder Altlack aufgetragen, um Zeit zu sparen.

  • Tönfüller:

    Der Tönfüller wird im Vorfeld mit dem Decklack vermischt, um seine Farbgebung in der Reparaturlackierung zu unterstützen.

  • Nass-in-Nass-Füller:

    Ein sehr flexibler Füller, da der Lack bei perfekter Oberfläche direkt nach nur kurzer Trocknung aufgetragen werden kann. Ist die Oberfläche nicht ideal, kann er trotzdem getrocknet und nachgeschliffen werden.

  • Schleiffüller und Maschinenschliff-Füller:

    Diese Füller werden sehr hart und lassen sich dadurch exzellent mit der Schleifmaschine nachbearbeiten, sodass die Oberfläche bei Bedarf nachkorrigiert werden kann.

  • UV-Füller:

    Dieser Füller hat die Eigenschaft, dass er unter UV-Licht schnell austrocknet. Er wird in der Smart-Repair verwendet, um schnelle Lackierungen in kleinen Arealen durchführen zu können.

Siebter Schritt: Der Decklack

Nachdem der Füller gleichmäßig auf der Grundierung aufgetragen und im Anschluss geglättet wurde, kann der sogenannte Decklack zum Einsatz kommen. Auch hier gibt es große Unterschiede, die sich vor allem in der Qualität der fertigen Lackierung wiederfinden.

Der Decklack muss in der Autolackiererei mehrere Eigenschaften besitzen. Denn er muss sowohl schützen als auch die Farbgebung definieren.

Ergänzend wird häufig eine gewisse Optik präferiert, wie beispielsweise Metallic-Lackierungen.

Die Einschicht-Decklackierung

Diese Lackierung wird heutzutage ausschließlich in der einfachen Lackierung verwendet.

Der Einschicht-Lack weist in der Regel eine hohe Beständigkeit gegen äußere Einflüsse auf. Er verwittert jedoch schnell und kann nicht in Verbindung mit bestimmten Farbeffekten verwendet werden.

Die Zweischicht-Decklackierung

Die Zweischicht-Lackierung wird beim Auto lackieren häufig verwendet.

Sie besteht aus einem sogenannten Vorlack und dem Klarlack. Der Vorlack enthält sowohl die farbgebenden Pigmente als auch die gewünschten Effekte.

Der Nachteil des Vorlacks ist seine Empfindlichkeit.

Aus diesem Grund wird über dem Vorlack ein Klarlack aufgetragen. Dieser ist durchsichtig und weist eine hohe mechanische und chemische Widerstandsfähigkeit auf. Außerdem verleiht er dem Lack letztendlich seinen Glanz.

Der Klarlack wird im Nass-in-Nass-Verfahren aufgetragen, sodass zwischen den beiden Lackierungen lediglich wenige Minuten vergehen müssen.

Die Mehrschicht-Decklackierung

Von einer Mehrschicht-Decklackierung wird gesprochen, wenn besondere Effekte in den Lack eingearbeitet werden müssen.

Das können zum Beispiel Perleffekte sein, die eine dritte Schicht zwischen Füller und farbgebender Schicht voraussetzen.

Letzter Schritt: Das Finish

Nachdem die einzelnen Lackschichten aufgetragen und getrocknet wurden, kann das sogenannte Finish folgen.

Dazu zählt sich beispielsweise die Verwendung einer Politur, um den neuen Lack auf Hochglanz zu bringen und anschließend präsentieren zu können.

Ist auch dieser Schritt erledigt, kann das Fahrzeug die Autolackiererei verlassen.

 

Werkzeuge


Werkzeuge in der Autolackiererei

Um das Lackieren eines Autos zu jeder Zeit fachgerecht durchführen zu können, stehen dem Autolackierer verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Jeder Arbeitsbereich weist spezielle Technologien auf, um bestmögliche Arbeitsergebnisse mit der größtmöglichen Effizienz erzielen zu können.

Im Nachfolgenden wird beschrieben, welche Werkzeuge in der Autolackiererei Verwendung finden und wie diese funktionieren.

Die Lackierkabine als Grundlage der Autolackiererei

Die Basis einer jeden Autolackiererei sind sogenannte Lackierkabinen. Dabei handelt es sich um abgeschottete Räume, in denen die Fahrzeuge untergebracht und im Anschluss bearbeitet werden können.

Es gibt drei wichtige Faktoren, die eine Lackierkabine unentbehrlich machen:

1. Verunreinigungen in der Luft

Staub und andere Verunreinigungen in der Atemluft können zu großen Problemen in der Autolackiererei führen.

Kleine Partikel setzen sich auf den zu lackierenden Stellen ab und bilden bei erfolgter Lackierung unschöne Stellen (Staubeinschlüsse), die unbedingt vermieden werden sollen. Außerdem können grobkörnige Staubpartikel zu Kratzern führen, sobald ein Lack poliert wird.

Eine Lackierkabine verhindert derartige Fälle, indem sie regelmäßig und gründlich gereinigt wird. Abgedichtete Türen sorgen außerdem dafür, dass so wenige Verunreinigungen wie möglich in die Luft gelangen und sich schlimmstenfalls am Fahrzeug absetzen.

2. Schutz von Personen

Selbstverständlich müssen auch die Mitarbeiter einer Werkstatt vor den oftmals gesundheitsschädlichen Dämpfen der Lacke geschützt werden.

Da die Lackierkabine stets verschlossen gehalten wird und über eine eigene Entlüftung verfügt, geraten gesundheitsschädliche Stoffe nicht in öffentliche Bereiche.

3. Isolation von Gefahrenstoffen

Die für die Autolackiererei notwendigen Arbeitsgeräte können in der Lackierkabine untergebracht werden und befinden sich so außer Reichweite von Unbefugten.

Außerdem sind entflammbare Materialien stets vor anderen Bereichen geschützt, sodass das Unfallrisiko erheblich gesenkt werden kann.

Spezielle Verhaltensregeln in der Lackierkabine sowie das Tragen von Schutzkleidung tragen ebenso dazu bei.

4. Beste Arbeitsumgebungen für den Lackierer

Die Lackierkabine kann so eingerichtet werden, dass die Beleuchtung ideale Voraussetzungen für den Lackierer bietet.

Etwaige Problemzonen können somit schneller ausgemacht und beseitigt werden. Die Arbeit läuft deutlich effizienter ab.

Schleifmaschinen für die Oberflächenbearbeitung

Schleifmaschinen oder Schleifer spielen eine wichtige Rolle in der Autolackiererei, da sie zur Schaffung einer ebenen Oberfläche verwendet werden oder diese anrauen.

Generell wird zwischen Handschleifern und Maschinenschleifern unterschieden.

Arbeitsmittel für den Handschliff

Der Handschliff wird dort eingesetzt, wo größere Maschinen schlecht zum Einsatz kommen können oder höchste Präzision gefragt ist. Deshalb wird auf sogenannte Schleifmittelhalter zurückgegriffen, die in der Regel aus Kunststoff, Gummi oder Kork hergestellt wurden.

Auf diesen wird dann Schleifpapier mit der entsprechenden Körnung gespannt. Für besonders feine Arbeiten kann zwischen Papier und Halter ein sogenanntes Schwammkissen untergebracht werden.

Die Verwendung eines Schleifmittelhalters ist sinnvoll, da der Schliff mit reinem Schleifpapier zu Problemen führen kann. Die Schliffergebnisse würden unregelmäßig ausfallen, da die Hand unterschiedlichen Druck auf Flächen ausübt.

Arbeitsmittel für den Maschinenschliff

Der Maschinenschliff findet an vielen Stellen Verwendung und ist vor allem dann sinnvoll, wenn größere Flächen mit hoher Effizienz geschliffen werden müssen. Die Schleifmaschinen werden entweder durch Druckluft oder durch elektrischen Strom angetrieben.

Letztere Methode ist eher unpopulär, da elektrisch betriebene Schleifmaschinen in der Autolackiererei schneller überlasten können und ein Nassschliff nur in seltensten Fällen möglich ist. Dafür sind sie jedoch mobil einsetzbar.

Besondere Aspekte bezüglich der Arbeitssicherheit

Da Schleifmaschinen mit der Hand geführt werden, bilden sich zwangsläufig Vibrationen. Diese halten sich jedoch in engen Grenzen, sofern die Maschinen gut ausgewuchtet sind.

Ist das nicht der Fall, können die Vibrationen neben einem schlechten Schliffbild zu Erkrankungen des Bedienenden führen.

 

Schleifmaschinen


Arten von Schleifmaschinen

Da Schleifmaschinen sowohl für die Reinigung und Entgratung als auch für den Feinschliff vor der Lackierung eingesetzt werden, bedarf es verschiedener Ausführungen, die wiederum mit unterschiedlichem Schleifpapier genutzt werden.

Die Unterschiede zwischen den Schleifmaschinen treten in der Regel in der Form der Schleifplatte sowie der Drehbewegung und –geschwindigkeit. Sie können optional über eine integrierte Staubabsaugung verfügen, die Schliffreste zuverlässig absaugt und Personal sowie Oberfläche somit vor Partikeln schützt.

Winkelschleifer

Der Winkelschleifer kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine hohe Abtragung gewünscht wird.

Häufige Anwendungsgebiete sind beispielsweise das Entrosten oder Entgraten. Er wird jedoch auch zum Entfernen von Altlackierungen verwendet.

Der Winkelschleifer ist jedoch nur bedingt für die Vorbereitung zu lackierender Flächen geeignet.

Schwingschleifer

Bei dem Schwingschleifer handelt es sich um eine Schleifmaschine, die in der Autolackiererei zum Einsatz kommt, wenn große und plane Flächen geschliffen werden müssen.

Der Schwingschleifer weist eine rechteckige Platte auf, auf der das Schleifmittel befestigt wird.

Ein Schwingschleifer arbeitet mit etwa 20.000 Arbeitshüben pro Minute – die Arbeitsbewegung ist dabei „schwingend“. Das bedeutet, dass jedes Korn des Schleifmittels eine kleine Kreisbewegung durchführt, sodass das Ergebnis möglichst eben ist.

Viele Schwingschleifer weisen in der Autolackiererei eine Staubabsaugung auf, um Gesundheitsgefährdung sowie die Absetzung von Schleifresten auf dem Schleifmittel zu vermeiden.

Dreieckschleifer

Der Dreieckschleifer trägt seinen Namen aufgrund der dreieckigen Form des Schleifmittels.

Da die Oberfläche und damit auch die Abtragungsleistung eher gering sind, kommt er vor allem an schwer zugänglichen Stellen zum Einsatz.

Exzenterschleifer

Der Exzenterschleifer oder Drehschwingschleifer weist ein rundes Profil auf, das sich im Betrieb dreht und weiteren Schwingungen unterliegt.

Diese Bewegung wird als „oszillierend“ bezeichnet und eignet sich zur Schaffung von sehr glatten Oberflächen, die nahezu riefenfrei sind.

Da ein Exzenterschleifer in verschiedenen Gebieten eingesetzt werden kann, gibt es zwei Formen, die sich in ihrem Hub unterscheiden. Maschinen mit einem Hub von 7 mm eignen sich eher für grobe arbeiten, während ein Hub von 3 mm für den Feinschliff geeignet ist.


 

Schleifmittel


Schleifmittel und ihr Aufbau

Schleifmittel werden zur Vorbereitung oder Aufbereitung von Oberflächen verwendet.

Sie werden entweder händisch benutzt oder in entsprechenden Formen auf Maschinen aufgespannt.

Die Funktion eines Schleifmittels hängt letztendlich von seiner Art ab.

Gebundene Schleifmittel

Bei gebundenen Schleifmitteln handelt es sich um feste Körper, die beispielsweise aus keramischen Bindemitteln oder Kunststoffen bestehen.

Sie werden häufig auf Schleifscheiben und –steinen eingesetzt.

Gestreute Schleifmittel

Gestreute Schleifmittel sind Schleifmittel, bei denen die Schleifkörner auf einer Unterlage (z.B. Papier) ausgestreut werden.

Diese Schleifmittel werden in der Autolackiererei häufig eingesetzt, da sie elastisch sind und über verschiedene Eigenschaften verfügen können.

Der Aufbau gestreuter Schleifmittel sieht in der Regel einen sogenannten Schleifkornträger vor, auf dem dann Grundbinde und Deckbinder aufgetragen werden. In diese Bindemittel werden dann Schleifkörner eingestreut, die wiederum mit einer wachsähnlichen Beschichtung bezogen und damit haltbarer gemacht werden.

Nicht gebundene Schleifmittel

Bei nicht gebundenen Schleifmitteln handelt es sich um Schleifmittel, die nicht in fester Form vorliegen.

Beispiele dafür sind Poliermittel und Schleifpasten.

Körnung von Schleifpapieren und -mitteln

Die Körnung eines Schleifmittels ist seine entscheidende Eigenschaft. Sie gibt an, wie grob oder fein das Papier ist und erlaubt damit Rückschlüsse auf den Abtrag, den das Schleifpapier leisten kann.

Die Körnung wird dabei mit dem Buchstaben P gekennzeichnet und beschreibt die mittlere Korngröße (P von Partikelgröße). Sie wird zwischen P 12 für sehr grobe und P 1200 für sehr feine Körnungen angegeben.

Weiterhin werden Schleifpapiere in ihrer Dicke unterschieden:

  • Sogenannte A-Papiere sind besonders dünn und erlauben das Schleifen gewölbter Flächen im Handschliff.
  • C- und D-Papiere sind deutlich rauer und auch für den Maschinenschliff geeignet, da sie eine größere Dicke aufweisen.
  • E-Papiere sind sehr grob und besonders robust – daher aber auch eher für grobe Arbeiten auf ebenen Flächen zu verwenden.

 

Lackierpistolen


Lackierpistolen zum Auftragen von Füller und Lack

Um eine gleichmäßige und professionelle Oberfläche beim Auftragen von Füller und Lack zu erzielen, werden sogenannte Pistolen im Farbspritzverfahren eingesetzt.

Diese haben den Vorteil, dass der Lack oder der Füller in einer Düse zerstäubt wird und erst dann auf die Oberfläche trifft. Der Sprühnebel wird dabei als Aerosole bezeichnet.

Man unterscheidet zwischen dem Höchstdruckverfahren, dem Hochdruckverfahren und dem Niedrigdruckverfahren.

Die Lackierpistole wird dabei vom Autolackierer geführt – Autolack und Luft mischen sich in ihr und können dann freigesetzt werden.

Das Höchstdruckverfahren im Überblick

Das Höchstdruckverfahren sieht eine Lackierpistole vor, die mit einer Luftversorgungsanlage und einer Materialversorgungspistole verbunden ist. Es kommt dann zum Einsatz, wenn besonders große Flächen lackiert werden müssen.

Der Vorteil des Systems besteht in der hohen Zerstäubung, die zur effektiven Lacknutzung und damit zu einem geringeren Materialverbrauch führt.

Da die Dosierung der Lackmenge jedoch nicht möglich ist, können Beispritzlackierungen mit dem Höchstdruckverfahren nicht durchgeführt werden. Außerdem sind die Ergebnisse nicht hochwertig genug, sodass das Höchstdruckverfahren selten bis gar nicht in der Pkw-Lackiererei eingesetzt wird.

Das Hochdruckverfahren

Das Hochdruckverfahren sieht einen geringeren Druck vor, der für einen feinen Farbstrahl sorgt und den Lackauftrag gleichmäßig werden lässt. Die Ergebnisse sind für die Pkw-Lackierung geeignet.

Da die Druckluft im Hochdruckverfahren jedoch auf die Oberfläche trifft und abprallt, kommt es zur starken Spritznebelbildung, die für einen geringen Wirkungsgrad sorgt.

Das gewöhnliche Hochdruckverfahren hat einen Wirkungsgrad von etwa 35 bis 40 Prozent und wird deshalb nicht mehr eingesetzt, da die EU-Richtlinien einen Wirkungsgrad von mindestens 65 Prozent vorsehen.

Um dieses Problem umgehen zu können, wurden sogenannte RP-Hochdruckpistolen entwickelt. PR steht dabei für Reduced Pressure, also reduzierten Druck. Der Auftragwirkungsgrad liegt in den meisten Fällen über den vorgeschriebenen 65 Prozent.

Fließbecherpistolen

Bei der Fließbecherpistole handelt es sich um eine Pistolenform, bei der Lack oder Füller in einem Becher über der Pistole untergebracht werden.

Der Nachteil dieser Pistolenform liegt in der Tatsache, dass der Schwerpunkt des Bechers ungünstig liegt und die Hand somit schnell müde wird.

Dafür bietet die Fließbecherpistole die Möglichkeit, waagerechte Flächen präzise bearbeiten zu können.

Saugbecherpistolen

Die Saugbecherpistole verfügt über ein Behältnis, das unter ihr befestigt wird. Lack oder Füller gelangen durch Unterdruck in die Pistole und werden dort mit der Druckluft vermischt.

Die Saugbecherpistole ist deutlich besser zu handhaben und erlaubt ein größeres Behältnis, das direkt zum Anmischen geeignet ist.

Generell finden Saugbecherpistolen dort Anwendung, wo Flüssigkeiten mit hoher Viskosität benötigt werden. Dazu zählen sich Füller und Spritzspachtel.

Druckkesselverfahren

Das Druckkesselverfahren sieht eine externe Lagerung des Lacks vor.

Ein sogenannter Druckkessel dient als Farbbehälter und pumpt den Lack direkt in die Lackierpistole, in der er dann mit Druckluft vermischt und zerstäubt wird. Durch Fassungsvermögen von bis zu 250 Liter eignet sich das Druckkesselverfahren vor allem dann, wenn große Flächen lackiert werden müssen.

Die Wahl der Düsen

Da die verschiedenen Lacke und Füller über unterschiedliche Viskositäten verfügen, werden in der Autolackiererei diverse Lackierpistolen verwendet.

Generell gilt, dass das Auftragen von Füller oder Grundierung großer Düsen mit hoher Ausbringung bedarf. Decklack wird hingegen mit Pistolen aufgetragen, die eine große Strahlbreite bei gleichmäßigem Farbauftrag gewährleisten. Außerdem wird ein entsprechend hoher Druckluftanteil benötigt.

Sogenannte Beilackierpistolen sind Pistolen, die über einen Farbbecher besitzen (Saugbecher- und Fließbecherpistolen). Sie können sehr fein eingestellt werden und eignen sich für die Bearbeitung von kleinen Flächen, bei denen hohe Präzision gefordert ist.

Reinigung von Lackierpistolen

Die Reinigung der Pistolen ist ein äußerst wichtiger Arbeitsgang. Festgesetzte Lacke sind schwer zu entfernen und würden nachfolgende Arbeiten negativ beeinflussen.

Deshalb ist die Lackierpistole nach jedem Spritzgang zu zerlegen und gründlich zu spülen.

Sogenannte Spritzpistolenwaschautomaten erleichtern diese Aufgabe. Sie werden mit wenig Wasser und Spülmittel befüllt und reinigen die Lackierpistole sowohl von innen als auch von außen.


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