Tipps für die Leasingrückgabe

leasing Selbstständige, Freiberufler und Firmen nutzen Leasing als Finanzierungsmodell für ihre Firmenwagen. Aber auch viele Privatkunden schätzen es, durch Leasing alle drei bis vier Jahre ein neues Fahrzeugmodell aussuchen zu können. Dafür wird die monatliche Leasingrate gezahlt – eine Miete für das Auto.

Steht nun die Leasingrückgabe beim Händler an, stellen sich dem Fahrzeughalter meist folgende Fragen, die wir als “Tipps zur Leasingrückgabe” beantworten.

 

 

 

Einfache Tipps vor der Rückgabe


1.Fehlendes Zubehör ergänzen

Bordbuch Leasingrückgabe

Fehlendes Zubehör ist teuer und ärgerlich. Häufig werden bei der Leasingrückgabe Kleinigkeiten vergessen, die dann zu hohen Preisen neu beschafft werden müssen. Besonders gerne vergessen Leasingnehmer

  • Gepäckraumrollos
  • Bordbücher
  • NavigationsCDs
  • Winterreifen

Entfernen sollten Sie allerdings Zubehör, das nicht mitgeleast wurde.

2. Auto waschen und aussaugen

Ein ordentlicher Auftritt hat noch niemandem geschadet. Daher empfehlen wir, vor der Rückgabe das Auto in der Waschanlage zu waschen und ordentlich auszusaugen. Autofahrer sollten nicht versuchen, einen “Neuwagen herzustellen”. Es geht um eine Grundreinheit. Dazu gehört es auch, Müll zu entfernen, Leergut zu entsorgen und persönliches Hab und Gut, das sich in den letzten Jahren angesammelt hat, aus dem Leasingrückläufer zu entfernen.

Häufig findet man in Ecken und Ritzen Kleingeld, Bonbonpapier und alte Parkzettel. Nicht wenige Leasingnehmer beklagen den Verlust von Sonnenbrillen oder teuren Kugelschreibern nach der Leasingrückgabe.

Wichtig ist das “Grundreinemachen” also, um seine persönlichen Dinge bei der Leasingrückgabe zu sichern. Außerdem werden so Schäden am Auto sichtbar.

3. Schäden richtig einschätzen

Schäden sind wohl für den Leasingnehmer bei der Leasingrückgabe das größte Problem. Was ist übermäßige Abnutzung? Was ist rechtlich erlaubt? Was sind Gebrauchsspuren am Leasingrückläufer? Was ist normaler Verschleiß oder übervertragliche Abnutzung?

Der Leasingnehmer muss nur für übermäßige Abnutzung zahlen. Das sind Schäden, die bei vertragsgemäßem Gebrauch hätten vermieden werden können. Für die Kalkulation der Höhe des Abzuges werden immer Alter und KM-Stand des Leasingrückläufers berücksichtigt.

 

Welche Regeln gelten bei der Rückgabe?


Der Schadenkatalog gibt Auskunft

Um dies einzuschätzen sollte der Leasingnehmer einen Blick in die Vertragsunterlagen werfen. Mittlerweile haben so gut wie alle großen Leasinggesellschaften Schadenkataloge entwickelt.

Der Schadenkatalog gibt Auskunft darüber, ob ein Schaden überhaupt zur Abrechnung kommt oder zu welchen Kosten er abgerechnet wird. Denn wenn ein Schaden festgestellt wird, der in die Kategorie “Übermäßige Abnutzung” fällt, werden nicht die Reparaturkosten angesetzt, sondern lediglich der Betrag, um den der Fahrzeugwert gemindert ist. Das Auto wird in seinem Gesamtzustand bewertet. Allerdings werden Unfällschäden und Hagelschäden immer zu 100% angesetzt.

Normaler Verschleiß vs. übermäßige Abnutzung

Was den Lack betrifft kann als Faustregel gelten: Alle Kratzer, die nur leicht die Klarlackschicht des Leasingrückläufers beschädigt haben, werden nicht in Abzug gebracht, weil man sie einfach wegpolieren kann. Hier gibt unser “Fingernageltest” darüber Auskunft, wie tief der Kratzer ist.

Was im einzelnen akzeptiert ist, definiert der Schadenkatalog. Die VW Leasing z.B. akzeptiert Steinschläge in der Motorhaube, wenn die durch Steinschlag am Leasingrückläufer abgeplatzte Lackstelle unter zwei Millimetern im Durchmesser ist. Allerdings dürfen nicht mehr als fünf Steinschläge auf einer Fläche von 10 x 10 Zentimetern zu finden sein.

Auch dürfen Dellen am Leasingrückläufer vorhanden sein. Auch hier wieder ein Beispiel aus dem VW Schadenkatalog:

Dellen dürfen max. einen Millimeter tief sein und max. zwei Millimeter Durchmesser aufweisen. Alles, was darüber hinaus geht, kommt anteilig zum Abzug.

Dabei hat der Leasinggeber die Beweislast. Er muss detailliert darlegen und nachweisen, welche der behaupteten Schäden auf normalen Verschleiß und welche auf übervertragliche Abnutzung zurückzuführen sind. In der Regel übernimmt diese Aufgabe ein Gutachter. Achten Sie bei der Durchführung darauf, dass auch der Gutachter zertifiziert ist. Denn auch für Gutachter bei der Leasingrückgabe gibt es Normen und Zertifizierungsmöglichkeiten, z.B. durch den Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter.

 

Gebrauchsspuren selbst einschätzen


Jede Leasinggesellschaft hat ihre eigenen Kriterien. Allerdings ähneln sich die Schadenkataloge untereinader doch sehr stark. Eine der ersten Organisationen, die versucht hat die Leasingrückgabe zu vereinheitlichen, war der Verband der freien Fuhrparkleasinggesellschaften VMF. Andere Leasinggesellschaften haben die Kriterien meist in Anlehnung an den VMF Katalog entwickelt. Es hat sich die “Faire Fahrzeugbewertung” entwickelt.

 

Bauteil OK nicht OK
Reifen Mindestprofiltiefe bei Sommerreifen über 2 mm Falsche Reifen und Beschädigungen, wie Risse, Beulen
Felgen Kratzer und Schrammen an den Radabdeckungen Verformte Stahlfelgen, Absplitterungen bei den Alufelgen
Karosserie Beulen, Dellen (bis zu 2 mm) ohne Lackabsplitterung Beulen größer als 2 mm oder mit Lackabsplitterung, nicht
behobene Unfallschäden
Verglasung Schäden, die die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen Schäden, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen
Innenraum Farbveränderungen, verschleißbedingter Abrieb an Polster
oder Verkleidung
Beschädigungen, wie Verunreinigungen oder Geruch, bei denen
ein Austausch nötig ist
Ein- und Ausbau Kleine, nicht im Sichtfeld liegende Bohrlöcher Nicht mehr in den Ursprungszustand zurückzubringende Veränderungen wie Antennenlöcher
oder Bohrlöcher im Sichtfeld
Mechanik Verschleiß ohne Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit
und Verkehrstüchtigkeit
Nicht durchgeführte Inspektionen, Fehlende HU/AU, Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit von Ausstattungsmerkmalen

 

 

Den Profi um Rat fragen


1. Vor der Rückgabe den Händler aufsuchen

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich auf jeden Fall vor Leasingrückgabe mit seinem Händler in Verbindung setzen. Es empfiehlt sich, das Auto vorzuführen und mit dem Händler direkt am Leasingrückläufer zu klären, welche Schäden wahrscheinlich zur Abrechnung kommen werden.

Viele Händler bieten einen derartigen Service in der Regel sogar kostenfrei an. Auf Basis dieser Einschätzung kann der Autofahrer eine fahrzeugklinik Partnerwerkstatt aufsuchen und ein Vergleichsangebot einholen

oder

2. Ein Gutachten oder einen Zustandbericht anfertigen lassen

Sollte es nicht möglich sein, eine Auskunft vom Händler zu erhalten, kann ein Vorabcheck durch eine Gutachterorganisation durchgeführt werden. Solche Zustandsberichte, angefertigt von einem Sachverständigen für Leasingrückläufer, kosten in etwa zwischen 100-150 EUR.

Durchgeführt werden diese Zustandsberichte von allen großen Sachverständigen-Organisationen wie den TÜVs, DEKRA oder GTÜ. Informieren Sie sich vorab, welche Gutachterorganisation Ihren Leasingrückläufer bewerten wird. Wir empfehlen die gleiche Organisation zu wählen.

 

Was kann besonders teuer werden?


Folgende Schäden am Leasingrückläufer werden wahrscheinlich teuer, denn oft droht hier eine Abrechnung auf Basis von 100% der Reparaturkosten. Daher empfehlen wir, diese Schäden zu reparieren bzw. zu beheben:

  • Unfallschäden
  • Riss in der Stoßstange, bei der der Kunststoff gebrochen ist
  • Hagelschäden
  • Frontscheiben mit Rissbildung, wenn keine Reparatur möglich ist
  • Nicht durchgeführte Wartungen/Inspektionen
  • Fehlende HU-AU Untersuchungen
  • Reifen unter 1,6mm/2mm je nach Schadenkatalog

Das richtige Verhalten bei der Rückgabe im Autohaus

Bei der Rückgabe des Leasingrückläufers im Autohaus sollte der Autofahrer auf jeden Fall dabei sein. Er hat dann die Möglichkeit, direkt in Kontakt mit dem Bewerter zu treten. Dieser wird dem Autofahrer alle Schäden an seinem Fahrzeug zeigen und erläutern.

Auch Rückfragen können sofort vor Ort geklärt werden. In der Regel sind die Gutachter in den Autohäusern für eine Gutachterorganisation tätig und haben viel Erfahrung bei der Bewertung von Leasingrückläufern.

 

Ein Beispiel der fahrzeugklinik: Leasingrückgabe VW Golf


Bauteil: Motorhaube

Kratzer Motorhaube
  • Problem: Kratzer
  • Abrechnung: anteilig
  • Reparatur: lohnt sich

Bauteil: Dachholm

Kratzer Dachholm
  • Problem: Kratzer
  • Abrechnung: anteilig
  • Reparatur: lohnt sich nicht

Bauteil: Sitzpolster

Brandloch Sitz hinten
  • Problem: Brandloch
  • Abrechnung: 100%
  • Reparatur: lohnt sich

Bauteil: Seitenwand

Kratzer Seitenwand hinten links
  • Problem: Kratzer
  • Abrechnung: anteilig
  • Reparatur: lohnt sich

Bauteil: Heckklappe

Kratzer Heckklappe
  • Problem: Kratzer
  • Abrechnung: anteilig
  • Reparatur: lohnt sich

Bauteil: Felge

Kratzer Felge
  • Problem: verbogen
  • Abrechnung: 100%
  • Reparatur: lohnt sich nicht

Bauteil: Stoßstange

Kratzer Stoßstange hinten - Stoßstange gebrochen
  • Problem: gebrochen
  • Abrechnung: 100%
  • Reparatur: lohnt sich

Bauteil: A-Säule

Kratzer A-Säule
  • Problem: Kratzer
  • Abrechnung: anteilig
  • Reparatur: lohnt sich nicht

Bauteil: Außenspiegel

Kratzer Außenspiegel
  • Problem: Kratzer
  • Abrechnung: anteilig
  • Reparatur: lohnt sich

Was muss ich bei einem Leasingrückläufer tun, bevor ich mit der fahrzeugklinik in Kontakt trete?

Die fahrzeugklinik und ihre Partnerwerkstätten beraten Sie nicht hinsichtlich der Frage, welche Beschädigung von Ihrer Leasinggesellschaft in Abzug gebracht wird und was es kosten wird. Bitte klären Sie im Vorfeld ab, welche Schäden zu welchen Kosten führen. Dann erstellen wir Ihnen gerne ein Vergleichsangebot.

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